Freiherr vom Stein: Ringen um die richtige Abkürzung

Zwischen 1955 und 1957 gingen beim Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen zahlreiche Anregungen ein, zum 200. Geburtstag des Politikers Freiherr vom und zum Stein eine Sondermarke herauszugeben. Der Kunstbeirat gab bereits im September 1955 grünes Licht. Die ungewöhnlich lange Vorbereitungszeit stellte sich im Nachhinein als Segen heraus, weil aufgrund verschiedener Änderungswünsche die Reinzeichnung mehrmals überarbeitet werden musste. Die irritierende Anordnung der Jahreszahlen „1757-1957“ wurde allerdings erst zum Thema, als die Marke bereits erschienen war.

In der Juni-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 31) gibt es wieder einen ausführlichen Artikel über eine frühe Bund-Ausgabe mit bisher unveröffentlichten Fotos und Hintergrundinformationen.


Tagged , ,

Mord im Orient-Express: Welchen Weg nahm eigentlich Hercule Poirot?

Bei seinem Namen kommt man unweigerlich ins Träumen, wer kennt ihn nicht: den Orient-Express. Nicht zuletzt durch zahlreiche Romane und deren Verfilmungen. Berühmte Autoren wie Agatha Christie oder Graham Green haben ihn immer wieder als Kulisse für ihre Roman-Handlungen genommen. Er ist der ungekrönte König der Züge und zugleich ihr exotischster Vertreter, hat er doch Okzident und Orient verkehrstechnisch endlich miteinander verbunden.

Ute und Elmar Dorr starken in der Juni-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 46) ihren Zweiteiler über Post, die mit dem berühmten Orient-Express transportiert wurde.


Berühmter Revolutionär und Politiker: Kam irrtümlich das Vorbild von Carl Schurz auf die Marke?

In den USA, wo der gebürtige Deutsche Carl Schurz in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts lange Zeit ein einflussreicher Politiker war, kam man über die Planung einer Sondermarke zum 100. Jahrestag seiner Landung in Amerika nicht hinaus. In Deutschland setzte die Deutsche Bundespost nach einer Anregung von außen eine 20-Pf-Sondermarke innerhalb weniger Monate um. Aber ist darauf wirklich Carl Schurz zu sehen? Mehrere Verwandte des Geehrten, die 1952 eine Schurz Wanderausstellung in Hamburg besuchten, äußerten daran große Zweifel. Und die sind durchaus erlaubt, wenn man die Aufnahmen auf der Bund MiNr. 895 oder der USA MiNr. 1632 vergleichend heranzieht!

Dieser umfassende Artikel in der April-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 40) überrascht mit neuen Hintergründen zur Sondermarke Bund MiNr. 155.


Tagged

Prüfgremium der Royal Philatelic Society London stellt der 1c-British Guiana von 1856 ein Echtheitsattest aus!

(wm) Es war nicht unbedingt von jedem Kenner der namhaften Philatelie-Raritäten dieser Welt so erwartet worden, das Urteil bestätigte aber bereits den Beschluss des Expert Commitees vom 17. Oktober 1935. Denn auch diese hielt damals nach eingehender Untersuchung diese damals nur in einem Exemplar bekannte Marke aus der ehemaligen Sammlung Philipp von Ferraris für echt. Nun bestätigte das Committee die damalige Entscheidung, nachdem sie zuvor zeitgemäße Techniken und Untersuchungsmethoden eingesetzt hatte: die Marke ist echt. Vorhandene Farbunterschiede auf der Markenrückseite seien auf Übermalungen früherer Zeiten anzusehen und kein Hinweis auf Manipulation. Damit steht dem erfolgreichen Verkauf der Marke im Juni 2014 bei Sotheby’s in New York nichts mehr im Wege. Das Auktionshaus schätzt den Wert auf zehn bis zwanzig Millionen Dollar.


Tagged , ,

Auswirkungen für das Deutsche Reich: Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg (I)

Irgendeine „ganz lächerliche Angelegenheit auf dem Balkan“ werde den nächsten europäischen Krieg auslösen, hatte schon Bismarck befürchtet, und war darauf bedacht gewesen, das Deutsche Reich nicht in Balkanhändel zu verwickeln. Aber um die Jahrhundertwende hatte sich der Balkan zum Herd ständig neuer Krisen entwickelt, die sich auch ständig verschärften. Hier trafen die Großmachtinteressen Russlands und Österreich-Ungarns unmittelbar aufeinander. Russland nahm nach der Niederlage im russisch-japanischen Krieg (1905) seine Balkanpolitik wieder auf und protegierte großserbische Ambitionen, die darauf abzielten, die Südslaven in einen Einheitsstaat unter serbischer Führung zu vereinen. Damit wurden diese Bestrebungen zur tödlichen Bedrohung für den Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn.

Dr. Hans-Joachim Anderson beginnt in der Juli-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 19) eine Artikelserie über die ersten Monate des Ersten Weltkrieges und den damit verbundenen philatelistischen Niederschlag.


Jugendmarken 1952: Postminister tauschte Graphiker Meerwald aus!

Auf Initiative von Bundespostminister Hans Schuberth erschienen am 17. September 1952 zwei Sonder-Zuschlagsmarken für die Jugend, die der Beitrag seines Ministeriums zur Finanzierung des 2. Bundesjugendplanes waren. Schon frühzeitig legte man sich auf die Entwürfe von Max Bittrof fest, obwohl die Bundesdruckerei ansprechende Alternativen vorlegte. Das Ergebnis überzeugte das Publikum nicht, trotzdem waren die Marken – dank verlängertem Schalterverkauf und massiver Werbung – ein Verkaufserfolg. 90,2 Prozent für den Wert zu 10+2 Pf und immerhin 85,1 Prozent für die 20+3 Pf waren geradezu traumhafte Verkaufszahlen, die den deutschen Jugendherbergen unerwartet hohe Geldzuflüsse brachten.

Ein weiterer Hintergrundartikel zu einer frühen Bund-Ausgabe mit bisher unveröffentlichten Archivfotos ist in der Juli-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 32) zu lesen.


Tagged , ,

Bis heute ungelöst: Der Nahost-Konflikt (I)

Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, der rund 17 Millionen Menschen das Leben kostete. Gelernt haben diejenigen, die nach 1918 das politische Sagen hatten, daraus wenig. Der alliierte Sieg über die Mittelmächte mündete in den Pariser Vorortverträgen, die vor allem die Expansionsgelüste Frankreichs und Großbritanniens manifestierten. Die Wurzeln vieler nachfolgender Konflikte und Kriege lassen sich dorthin zurückverfolgen. Auch der Nahost-Konflikt, der bis heute nicht gelöst ist, hat seinen Ursprung in Versailles und den Folgeverträgen, die eine ganze Region unter zwei Ländern aufteilten, die dort nach eigenem Belieben regierten und ein riesiges Pulverfass schufen.

Bis heute ungelöst ist der Nahost-Konflikt, der sich auf vielfältige Weise philatelistisch dokumentieren lässt. Teil 1 schildert in der März-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 42) die Vorgeschichte bis zu den Anfängen des britischen Palästina-Mandats.


Tagged , , , ,

Naturschutz 1957: Bundespostminister watschte den Kunstbeirat ab!

Zum Welttierschutztag am 4. Oktober 1957 gab die Deutsche Bundespost eine zweiteilige Serie heraus, die eine lange Entstehungsgeschichte hatte. Ursprünglich gab es einen Künstler-Wettbewerb, aus dem der Kunstbeirat zwei Entwürfe auswählte. Bundespostminister Ernst Lemmer genehmigte diese aber nicht und bat stattdessen die Bundesdruckerei, die ursprünglich den Druckauftrag gar nicht bekommen sollte, um neue, naturalistischere Vorlagen. Der Erfolg gab ihm recht. Kaum eine andere Ausgabe hat in der damaligen Zeit so viel Zuspruch gefunden wie die Serie „Naturschutz“. Den Spekulationen in der philatelistischen Fachpresse über einen Nachdruck erteilte die Deutsche Bundespost eine Absage.

Dieser umfassende Artikel in der März-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 36) bietet u.a. bisher unveröffentlichte Essays und Probedrucke zur Serie Bund MiNr. 274-275.


Tagged , , , ,

Erinnerungen an Detlef Hilmer († 29. Januar 2014)

Völlig überraschend verstarb am 29. Januar 2014 Detlef Hilmer, den viele Philatelisten in aller Welt als „König der Ansichtskarten“ kannten. Geboren wurde er am 26. Januar 1942 in Brig/Schlesien, kam nach dem Zweiten Weltkrieg nach Göppingen und studierte Anfang der 1960er-Jahre Kunst. Im August 1968 begann er mit dem Briefmarkenhandel und übernahm – zusammen mit seinem Freund Rolf Müller 1973 das Traditionsgeschäft „Briefmarken Stolow“ am Marienhof in München. Zehn Jahre später ließ sich Hilmer mit einem noch heute bestehenden Ladengeschäft am Münchner Hauptbahnhof nieder, der fortan zur Anlaufstelle für Sammler aus aller Welt werden sollte. Der Laden blühte und gedieh und wurde zu einem der größten in Deutschland. Bei allen Freunden von Ansichtskarten, Ganzsachen und Bedarfspost war Hilmers Geschäft bekannt. In den letzten Jahren verlegte er sich mehr und mehr auf Banknoten, die er als Handelsware für sich entdeckt hatte und wurde auch hierbei zu einer ersten Adresse. Seine Kunden schätzten die familiäre Atmosphäre, den persönlichen Umgang, den locker-freundlichen Ton und das einmalige Ambiente. Hilmer wird der deutschen Philatelie fehlen.


Tagged , ,

Neuauflage der ROSSICA im Oktober 2014 in Moskau

Nach dem Erfolg der ROSSICA 2013 tritt der Nationale Akademie der Philatelie in Russland mit einer weiteren Ausstellung vom 22. bis 25. Oktober 2014 wieder in Erscheinung. Diese Ausstellung findet im Gebäude des „Federation Council“ statt, dem Oberhaus des Parlamentes in Moskau. Passend zur Bedeutung des politischen Standortes ist das für die zugelassenen 1-Rahmen-Exponate gewählte Thema, das dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren gewidmet ist. Da Russland in diesem Jahr das „Jahr der Kultur“ feiert, findet zusätzlich eine internationale philatelistische Literatur-Ausstellung statt, die dem Motto „Philatelie, ein integraler Bestandteil der modernen Kultur“ folgen wird. Die AIJP, der Weltverband der Autoren und Philatelie-Journalisten, sowie die Europäische Akademie der Philatelie wurden bereits von Dr. A. Strygin, dem Präsidenten der russischen Akademie, um ihr Patronat angefragt. Der gewählte Ausstellungstermin ist – aus deutscher Sicht – für Teilnehmer wenig günstig, denn nahezu zeitgleich findet in Sindelfingen die nächste Internationale Briefmarkenbörse statt, zu der bekanntlich ebenfalls namhafte Aussteller und Experten aus aller Welt sich treffen.


Tagged , , ,