Ehrung für Leo Baeck: Sondermarke als Symbol der Wiedergutmachung

Der Umgang mit dem Holocaust war nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland ein sensibles Thema – auch bei der Herausgabe von Marken. Zum 1. Todestag von Dr. Leo Baeck, dem geistigen Führer des deutschen Judentums zu Zeiten der NS-Diktatur, sollte mit einer 20-Pf-Sondermarke zu seinen Ehren ein Symbol der Versöhnung gesetzt werden. Um jegliche Misstöne auszuschließen, wurden führende jüdische Vertreter in die Vorbereitungen einbezogen. Das Ergebnis überzeugte nicht nur sie, sondern auch seine damals in London lebende Tochter Ruth A. Berlak, die dem Bundespostminister und der Bundesregierung dafür dankte, dass sie sich durch diese Ausgabe bemühte, „das Gedaechtnis der deutschen Juden und ihrer fuehrenden Persoenlichkeiten wachzuhalten“.

Ein weiterer Hintergrundartikel zu einer frühen Bund-Ausgabe mit bisher unveröffentlichten Archivfotos und Informationen ist in der August-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 42) zu lesen.


Mit „Hurra“ ins Verderben: Patriotismus und Soldatenhumor auf Ansichtskarten

Das Jahr 2014 ist aus historischer Sicht in ganz besonderer Weise Anlass zum Nachdenken, zum Bedenken, zum Recherchieren und um Position zu beziehen. Dazu kann die Philatelie in vielerlei Hinsicht beitragen. Die Stichworte: Vor 100 Jahren begann 1914 der Erste Weltkrieg, im Jahre 1939, also vor 75 Jahren, begann der Zweite Weltkrieg. 1989, vor nunmehr bereits 25 Jahren, fiel „die Mauer“. Man kann darüber hinaus an noch weitere, historisch wichtige Daten in diesem Jahr erinnern, z. B. an das Attentat vom 20. Juli 1944, die Gründung der beiden Staaten in Deutschland im Jahre 1949 usw.

Franz-Josef Pütz gibt in der August-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 25) einen Einblick, wie das Thema „Erster Weltkrieg“ vor 100 Jahren auf Ansichtskarten dargestellt wurde.


Markiert ,

Freiherr vom Stein: Ringen um die richtige Abkürzung

Zwischen 1955 und 1957 gingen beim Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen zahlreiche Anregungen ein, zum 200. Geburtstag des Politikers Freiherr vom und zum Stein eine Sondermarke herauszugeben. Der Kunstbeirat gab bereits im September 1955 grünes Licht. Die ungewöhnlich lange Vorbereitungszeit stellte sich im Nachhinein als Segen heraus, weil aufgrund verschiedener Änderungswünsche die Reinzeichnung mehrmals überarbeitet werden musste. Die irritierende Anordnung der Jahreszahlen „1757-1957“ wurde allerdings erst zum Thema, als die Marke bereits erschienen war.

In der Juni-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 31) gibt es wieder einen ausführlichen Artikel über eine frühe Bund-Ausgabe mit bisher unveröffentlichten Fotos und Hintergrundinformationen.


Markiert , ,

Mord im Orient-Express: Welchen Weg nahm eigentlich Hercule Poirot?

Bei seinem Namen kommt man unweigerlich ins Träumen, wer kennt ihn nicht: den Orient-Express. Nicht zuletzt durch zahlreiche Romane und deren Verfilmungen. Berühmte Autoren wie Agatha Christie oder Graham Green haben ihn immer wieder als Kulisse für ihre Roman-Handlungen genommen. Er ist der ungekrönte König der Züge und zugleich ihr exotischster Vertreter, hat er doch Okzident und Orient verkehrstechnisch endlich miteinander verbunden.

Ute und Elmar Dorr starken in der Juni-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 46) ihren Zweiteiler über Post, die mit dem berühmten Orient-Express transportiert wurde.


Berühmter Revolutionär und Politiker: Kam irrtümlich das Vorbild von Carl Schurz auf die Marke?

In den USA, wo der gebürtige Deutsche Carl Schurz in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts lange Zeit ein einflussreicher Politiker war, kam man über die Planung einer Sondermarke zum 100. Jahrestag seiner Landung in Amerika nicht hinaus. In Deutschland setzte die Deutsche Bundespost nach einer Anregung von außen eine 20-Pf-Sondermarke innerhalb weniger Monate um. Aber ist darauf wirklich Carl Schurz zu sehen? Mehrere Verwandte des Geehrten, die 1952 eine Schurz Wanderausstellung in Hamburg besuchten, äußerten daran große Zweifel. Und die sind durchaus erlaubt, wenn man die Aufnahmen auf der Bund MiNr. 895 oder der USA MiNr. 1632 vergleichend heranzieht!

Dieser umfassende Artikel in der April-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 40) überrascht mit neuen Hintergründen zur Sondermarke Bund MiNr. 155.


Markiert

Prüfgremium der Royal Philatelic Society London stellt der 1c-British Guiana von 1856 ein Echtheitsattest aus!

(wm) Es war nicht unbedingt von jedem Kenner der namhaften Philatelie-Raritäten dieser Welt so erwartet worden, das Urteil bestätigte aber bereits den Beschluss des Expert Commitees vom 17. Oktober 1935. Denn auch diese hielt damals nach eingehender Untersuchung diese damals nur in einem Exemplar bekannte Marke aus der ehemaligen Sammlung Philipp von Ferraris für echt. Nun bestätigte das Committee die damalige Entscheidung, nachdem sie zuvor zeitgemäße Techniken und Untersuchungsmethoden eingesetzt hatte: die Marke ist echt. Vorhandene Farbunterschiede auf der Markenrückseite seien auf Übermalungen früherer Zeiten anzusehen und kein Hinweis auf Manipulation. Damit steht dem erfolgreichen Verkauf der Marke im Juni 2014 bei Sotheby’s in New York nichts mehr im Wege. Das Auktionshaus schätzt den Wert auf zehn bis zwanzig Millionen Dollar.


Markiert , ,

Auswirkungen für das Deutsche Reich: Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg (I)

Irgendeine „ganz lächerliche Angelegenheit auf dem Balkan“ werde den nächsten europäischen Krieg auslösen, hatte schon Bismarck befürchtet, und war darauf bedacht gewesen, das Deutsche Reich nicht in Balkanhändel zu verwickeln. Aber um die Jahrhundertwende hatte sich der Balkan zum Herd ständig neuer Krisen entwickelt, die sich auch ständig verschärften. Hier trafen die Großmachtinteressen Russlands und Österreich-Ungarns unmittelbar aufeinander. Russland nahm nach der Niederlage im russisch-japanischen Krieg (1905) seine Balkanpolitik wieder auf und protegierte großserbische Ambitionen, die darauf abzielten, die Südslaven in einen Einheitsstaat unter serbischer Führung zu vereinen. Damit wurden diese Bestrebungen zur tödlichen Bedrohung für den Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn.

Dr. Hans-Joachim Anderson beginnt in der Juli-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 19) eine Artikelserie über die ersten Monate des Ersten Weltkrieges und den damit verbundenen philatelistischen Niederschlag.


Jugendmarken 1952: Postminister tauschte Graphiker Meerwald aus!

Auf Initiative von Bundespostminister Hans Schuberth erschienen am 17. September 1952 zwei Sonder-Zuschlagsmarken für die Jugend, die der Beitrag seines Ministeriums zur Finanzierung des 2. Bundesjugendplanes waren. Schon frühzeitig legte man sich auf die Entwürfe von Max Bittrof fest, obwohl die Bundesdruckerei ansprechende Alternativen vorlegte. Das Ergebnis überzeugte das Publikum nicht, trotzdem waren die Marken – dank verlängertem Schalterverkauf und massiver Werbung – ein Verkaufserfolg. 90,2 Prozent für den Wert zu 10+2 Pf und immerhin 85,1 Prozent für die 20+3 Pf waren geradezu traumhafte Verkaufszahlen, die den deutschen Jugendherbergen unerwartet hohe Geldzuflüsse brachten.

Ein weiterer Hintergrundartikel zu einer frühen Bund-Ausgabe mit bisher unveröffentlichten Archivfotos ist in der Juli-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 32) zu lesen.


Markiert , ,

Bis heute ungelöst: Der Nahost-Konflikt (I)

Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, der rund 17 Millionen Menschen das Leben kostete. Gelernt haben diejenigen, die nach 1918 das politische Sagen hatten, daraus wenig. Der alliierte Sieg über die Mittelmächte mündete in den Pariser Vorortverträgen, die vor allem die Expansionsgelüste Frankreichs und Großbritanniens manifestierten. Die Wurzeln vieler nachfolgender Konflikte und Kriege lassen sich dorthin zurückverfolgen. Auch der Nahost-Konflikt, der bis heute nicht gelöst ist, hat seinen Ursprung in Versailles und den Folgeverträgen, die eine ganze Region unter zwei Ländern aufteilten, die dort nach eigenem Belieben regierten und ein riesiges Pulverfass schufen.

Bis heute ungelöst ist der Nahost-Konflikt, der sich auf vielfältige Weise philatelistisch dokumentieren lässt. Teil 1 schildert in der März-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 42) die Vorgeschichte bis zu den Anfängen des britischen Palästina-Mandats.


Markiert , , , ,

Naturschutz 1957: Bundespostminister watschte den Kunstbeirat ab!

Zum Welttierschutztag am 4. Oktober 1957 gab die Deutsche Bundespost eine zweiteilige Serie heraus, die eine lange Entstehungsgeschichte hatte. Ursprünglich gab es einen Künstler-Wettbewerb, aus dem der Kunstbeirat zwei Entwürfe auswählte. Bundespostminister Ernst Lemmer genehmigte diese aber nicht und bat stattdessen die Bundesdruckerei, die ursprünglich den Druckauftrag gar nicht bekommen sollte, um neue, naturalistischere Vorlagen. Der Erfolg gab ihm recht. Kaum eine andere Ausgabe hat in der damaligen Zeit so viel Zuspruch gefunden wie die Serie „Naturschutz“. Den Spekulationen in der philatelistischen Fachpresse über einen Nachdruck erteilte die Deutsche Bundespost eine Absage.

Dieser umfassende Artikel in der März-Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue (ab Seite 36) bietet u.a. bisher unveröffentlichte Essays und Probedrucke zur Serie Bund MiNr. 274-275.


Markiert , , , ,